Datum: 7. August 2018 
Alarmzeit: 14:45 Uhr 
Alarmierungsart: ELW-Gruppe, Wehralarm, Zug 1, Zug 2 
Art: Brand 
Einsatzort: Gasweg 
Einsatzleiter: Marcel Horn 
Fahrzeuge: HLF 20/16, Abrollbehälter Atemschutz (Kreis Soest), DLK 23/12, DLK 23/12 (Feuerwehr Soest), DLK 23/12 (Feuerwehr Werl), ELW 1, ELW 1 (Feuerwehr Ense), GW-L 1 (Kreis Soest), HLF 20 (Feuerwehr Werl), Kdow, Kdow (Feuerwehr Fröndenberg), KLF (Feuerwehr Ense), LF 10 (Feuerwehr Ense), LF 10/6 Echthausen, LF 10/6 Wickede, LF 10/6 Wimbern, LF 16 TS, LF 20 (Feuerwehr Werl), LF 20/16 (Feuerwehr Ense), MTF (Feuerwehr Fröndenberg), MTF Echthausen, MTF Wickede, RW 1, TLF 3000 (Feuerwehr Werl) 
Weitere Kräfte: Abbruchunternehmen, Autobahnpolizei, DRK Wickede, Energieversorger, Feuerwehr Ense, Feuerwehr Fröndenberg, Feuerwehr Soest, Feuerwehr Werl, Gemeindebauhof, Kreisbrandmeister, Kreisfeuerwehrzentrale, Kriminalpolizei, LANUV, Leitender Notarzt, Ordnungsamt, Organisatorischer Leiter Rettungsdienst, Polizei, Rettungsdienst (NEF), Rettungsdienst (RTW) 


Einsatzbericht:

Gegen 14:45 Uhr wurde der Löschzug 1 der Freiwilligen Feuerwehr Wickede (Ruhr) unter dem Alarmstichwort “Brand 2 – Brennen Paletten im Innenhof” in den Gasweg alarmiert.

Auf der Anfahrt wurde ein weiterer Einsatz – Brandmeldeanlage – bei einem Gewerbebetrieb in einem Wickeder Industriegebiet gemeldet. Um auch diesen Auftrag abzuarbeiten wurde dorthin der Löschzug 2 der Freiwilligen Feuerwehr Wickede (Ruhr) alarmiert.  

Beim Eintreffen an der Einsatzstelle im Gasweg konnten mehrere in Vollbrand stehende Paletten in einem Hinterhof erkundet werden. Das Feuer drohte auf das Gebäude und einen angrenzende LKW überzugreifen.
Es wurde umgehend ein Außenangriff durch uns eingeleitet, unterstützend dazu verschaffte sich ein weiterer Atemschutztrupp mittels Rettungssäge Zugang zum Inneren des Gebäudes und führte einen Innenangriff durch, weil die Ausbreitung des Brandes nicht verhindert werden konnte. Aufgrund der enormen Hitze – und Rauchgasbildung musste der Innenangriff jedoch nach kürzester Zeit wieder abgebrochen werden. Aufgrund der extrem hohen Außentemperaturen und den daraus resultierenden körperlichen Belastung, musste ein Feuerwehrangehöriger nach einem Kreislaufzusammenbruch mittels RTW einem Krankenhaus zugeführt werden. 
Aufgrund der dynamischen Einsatzlage wurde um 15:15 Uhr Vollalarm für die Feuerwehr Wickede (Ruhr) gegeben. Es waren somit alle verfügbaren Wickeder Einsatzkräfte im Einsatz am Gasweg.
In einem direkt angrenzenden Gebäude wurden zwei Personen per Menschenrettung aus dem Gefahrenbereich evakuiert und ebenfalls an den Rettungsdienst mit Verdacht auf Rauchgasintoxikation  übergeben. Aufgrund der Verletztenanzahl wurden unter dem Alarmstichwort MANV 1 weitere Rettungsdienstmittel und die Wickeder ELW-Gruppe alarmiert. 
Wegen der starken Rauchentwicklung, die aus mehreren Kilometern Entfernung sichtbar war, wurde über die Katastrophenschutz-App NINA die Bevölkerung vor einer Geruchsbelästigung und Rauchniederschlag gewarnt. 
Aufgrund der enorm kräftezehrenden Einsatzlage wurde ein weiterer Löschzug der Feuerwehr Werl, die Atemschutzgruppe, Bereitstellungsraumkomponente und eine Einheit der Feuerwehr Ense zur Sicherstellung des Grundschutzes in der Gemeinde Wickede nachgefordert. Von der Kreisfeuerwehrzentrale rückte der Abrollbehälter Atemschutz aus, der für Großschadenslagen im gesamten Kreis vorbehalten wird.
Der Außenangriff erfolgte über zwei Wenderohre der Drehleitern aus Wickede und Werl, sowie mehreren C- und B- Strahlrohren. Durch die enorme Rauchentwicklung lösten die Brandmeldeanlagen der benachbarten Industriebetriebe aus. 
Das DRK Wickede wurde als Versorgungseinheit für die anwesenden Einsatzkräfte alarmiert. Als Versorgungsstelle diente das MSC-Heim, welches uns dankenswerterweise als Ruhe- und Versorgungsbereich  bereitgestellt wurde.
Um besser an die hinteren rückseitigen Gebäudeteile heranzukommen, wurde die Drehleiter aus Soest angefordert. Diese ist mit einem abknickbaren Leiterpark ausgestattet. Da einige Stellen im Gebäude immer noch nicht erreichbar waren, mussten Gebäudeteile eingerissen werden. Hierzu ist ein Bagger zur Einsatzstelle beordert worden.
Gegen 19 Uhr waren bereits alle anwesenden Atemschutzgeräteträger mindestens einmal im Atemschutzeinsatz. Aus diesem Grund sind 16 weitere Geräteträger aus Fröndenberg angefordert worden.
Gegen 19:30 wurden mittels des angeforderten Baggers ein weiterer Löschangriff mit den Kräften aus Fröndernberg gestartet. 
Gegen 22 Uhr hatten wir das Feuer unter Kontrolle gebracht, deshalb wurde der massive Kräfteeinsatz zurückgefahren und die Einsatzbereitschaft einiger Autos wiederhergestellt.
Im Einsatzverlauf wurden über 80 Atemschutzgeräte eingesetzt.

Gegen Mitternacht konnten alle Einsatzkräfte, außer eine Brandsicherheitswache, zum Gerätehaus einrücken. Im Laufe der Nacht wurden mehrfach Nachlöscharbeiten durchgeführt.
Die Brandsicherheitswache wurde gegen 6:30 durch frische Einsatzkräfte ersetzt.

Gegen 10 Uhr morgens wurde “Feuer aus” an die Kreisleitstelle gemeldet und die Einsatzstelle an die Kriminalpolizei übergeben.

Am Mittag und in den frühen Nachmittagsstunden mussten wir noch zwei Mal zur Brandruine ausrücken, da die Rauchentwicklung wieder zunahm. Unter Einsatz von Löschschaum sind die letzten Glutnester erstickt worden.

Aufgrund der Vielzahl von kontaminierter Einsatzkleidung mussten mehrere dutzend Kameraden neu eingekleidet werden. Da eine so große Menge an Ersatzkleidung nicht vorrätig ist, hat uns die Feuerwehr Welver übergangsweise mit Hupf-Kleidung ausgeholfen.

Bilder vom Einsatz sind hier zu finden.